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Autohaus Peter war erneut Gastgeber der Reihe „Anhalt-Sport trifft Legenden“

Der Gentleman begeisterte im Dessauer Mercedes-Haus

Montag, 08. Oktober 2018, 15:12 Uhr

Vier Männer vor dem Stern: Moderator Eik Galley, Geschäftsführer Andreas Peter, Boxlegende Henry Maske und Geschäftsführer Helmut Peter.

DESSAU-ROßLAU. Er holte alle Titel, die es im Amateur- und Profiboxen gab und gibt. Elf Jahre nach seinem einzigen Comeback-Kampf gegen Widersacher Virgil Hill (USA), der einzigen Niederlage als Profi und dem endgültigen Karriereende betrat der Gentleman des deutschen Boxsports Henry Maske am 4. Oktober den Talk-Ring in unserem Dessauer Mercedes-Autohaus. Und selbst diesmal verließ er ihn als Sieger als Sieger der Herzen. Denn Henry Maske hatte alle Fragen der rund 300 Gäste beantwortet, hunderte Autogramme geschrieben und für ebenso viele Fotos mit seinen Fans in die Kameras und Handys gelächelt.

Zum 2. Mal hatten wir in Zusammenarbeit mit dem Anhalt Sport e.V. in der Reihe „Anhalt-Sport trifft Legenden“ einen Spitzensportler zu Gast. Und einmal mehr hatte sich der Schauraum bis fast auf den letzten Platz gefüllt. Alle wollten den Mann sehen, der als Amateur und als Profi Boxgeschichte schrieb: Sir Henry Maske.

Obwohl nichts und niemand den 1,90 Meter-Mann so leicht aus der Fassung bringen kann, zeigte er sich am Donnerstagabend sehr betroffen über den plötzlichen Tod seines einstigen Ringgegners Graciano „Rocci“ Rocciciani, der drei Tage zuvor bei einem Verkehrsunfall auf Sizilien als Fußgänger tragisch ums Leben gekommen war. Immer wieder kam er im Dialog mit Sportreporter Eik Galley auf den 54-Jährigen Ex-Berliner zu sprechen, gegen den er zweimal gekämpft hatte.

Auch wenn der erste Sieg vom 27. Mai 1995 in Dortmund als umstritten galt, so war der zweite vom 14. Oktober in München ein klares Statement für Maskes Boxkunst. Verbal verneigte sich Henry Maske am Donnerstag vor Graciano Rocciciani und würdigte dessen sportliche Leistungen. Mit 41 Siegen, 6 Niederlagen und 1 Unentschieden hat sich „Rocci“ für immer in die Sport-Geschichtsbücher eingeschrieben.

Noch umfangreicher ist die Erfolgsbilanz von Henry Maske, dem gebürtigen Treuenbrietzener, der als Siebenjähriger seinen ersten Boxkampf bestritt. Der Rechtsausleger, der in Trainer und Amateurweltmeister Manfred Wolke seinen langjährigen „Lehrmeister“ hatte, holte als Amateur alle Siege, die es zu holen gab. 163 von 181 Kämpfen beendete er als Sieger. Er wurde Weltcupsieger (1985), Olympiasieger (1988) und Weltmeister (1989) der Amateure, bevor er im März 1990 erstmals als Profi in den Boxring stieg.


Bis fast auf den letzten Platz gefüllt war unser Mercedes-Autohaus in Dessau.

Auch hier setzte er seine Siegesserie fort. Erstmals am 9. Mai in London. Insgesamt bestritt Maske als Profi 32 Kämpfe, gewann 31 (elf davon mit k.o.) und unterlag nur ein einziges Mal: am 23. November 1996 gegen Virgil Hill (USA).

Der Wunsch nach Wiedergutmachung ließ ihn nicht los, trieb ihn zehn Jahre lang. Bis es am 31. März 2007 zum erneuten Fight gegen Hill kam. Und das, was drei Viertel aller Befragten niemals für möglich gehalten hätten, passierte: Der Gentleman machte nun als 42-Jähriger seine Niederlage vom November 1996 beim einzigen Comeback-Kampf mit einem Sieg wieder gut und stieg erhobenen Hauptes aus dem Ring. Für immer.

„Es gewinnt nicht derjenige, der die meisten Treffer landet, sondern derjenige, der die wenigsten Treffer abbekommt.“ Nach dieser Wolke-Maxime hatte Henry Maske seinen Boxstil entwickelt und geprägt. Nicht bei allen stießen das elegante Boxen und das strategische Herangehen auf Begeisterung. Viele wünschten sich heftige aktionsgeladene Fights. Doch Henry Maske trug seine Kämpfe mit Intelligenz und Weitsicht aus ob im Ring oder außerhalb. So verwunderte es nicht, dass er der Großmäuligkeit seiner Gegner mit einem einzigen Satz begegnete: „Ich werde die Antwort im Ring geben.“

Der Erfolg gab ihm Recht. Heute setzt Henry Maske sein Wissen und seine Erfahrungen als Motivationsredner ein. Er begeistert, beflügelt, reißt die Menschen mit. Wie auch am Donnerstag im Dessauer Autohaus, wo ihn alle Gäste das fragen konnten, was sie schon immer einmal wissen wollten. - Danke, Sir Henry, für die vielen interessanten Antworten!

Auch RAN war live dabei! Sehen Sie selbst!