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Mit der V-Klasse fuhr die Designerin zum Leipziger Opernball und kehrte preisgekrönt zurück

Mandy Müller begeisterte mit „Aschenbrödel 2.0“ und gewann den 2. Preis des Fashion Awards

Freitag, 19. Oktober 2018, 16:52 Uhr

Glücksmoment in unserer V-Klasse vor der Leipziger Oper: Entspannt genießt Mandy Müller einen stillen Moment nach der Preisverleihung beim Leipziger Opernball. Ihr Ballkleid "Aschenbrödel 2.0" hatte die Jury überzeugt und war als zweitschönstes von einst 150 Bewerber-Kleidern ausgezeichnet worden.

Leipzig/Schwenda. 24 Stunden später dann beim Leipziger Opernball kurz vor Mitternacht die mit Spannung erwartete Verkündung des Jury-Urteils: Mandys Traumkleid in Rosé-Grau mit hunderten Blüten und Svarowski-Kristallen wurde mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Die siebenköpfige Jury um Designerin Caroline Schwarz, Moderatorin Annabelle Mandeng und Styling-Experte Boris Entrup war begeistert von der perfekten Mischung aus Kreativität, Material und handwerklicher Meisterschaft bei der Umsetzung des Themas „Tschechien“. Natürlich hatte Mandy Müller dabei das Aschenbrödel-Märchen im Kopf gehabt. In einer modernen Interpretation hatte sie es ins Hier und Heute geholt.

Letztes Jahr Platz 3, dieses Jahr Platz 2! Überglücklich strahlt Mandy ihren Partner Alex an, während die Ballmusik aus dem Opernhaus nach draußen dringt. Für einen Moment setzt sich Mandy entspannt in das braune Peter-Gefährt: Sie will den Moment genießen. Hier draußen, in der lauen Herbstnacht, ganz allein!


Vor der großen Entscheidung am Ballabend posiert Mandy Müller neben dem Foto ihres Ballkleides zum Motto "Tschechien".


Das nächste Traumkleid wird sie selbst tragen: zur Hochzeit im nächsten Jahr. Das wird der Hauptgewinn! Dann wird auch dem letzten Betrachter ihres Logos klar, warum dort der Name „Weißmüller“ steht, ebenso wie an ihrem Atelier im 600-Seelen-Dorf Schwenda. Aus Mandy Müller und Alexander Weiß wird dann das Ehepaar Weiß-Müller.

Auch wenn sie längst ein eingespieltes Team sind, er sich genauso gut in ihren seidenen Traumkleidern auskennt wie sie sich in der Landwirtschaft, die er hauptberuflich betreibt, soll die Hofhochzeit am 8. Juni ihre Liebe besiegeln. Dann wird ihr kleiner Charlie Mo, dessen Geburt vor sechs Jahren den Anstoß zur ersten Teilnahme am Opernball-Fashion-Award „Der goldene Charlie“ (so hieß er damals) gab, die Ringe bringen oder die Mama als Blumenkind neben seinen großen Schwestern Nelly Lou (17) und Lilly Ann (19) begleiten.

Befragt nach ihrem Werdegang, erzählt Mandy Müller, dass sie das Schneiderhandwerk in Nordhausen erlernt habe, man sie an der Hochschule für Kunst & Design an der Burg Giebichenstein in Halle als „nicht mehr formbar“ einstufte, weil sie längst ihren Stil gefunden hatte. Nach dem Fach-Abi in Halle ging sie nach München ins Atelier von Rena Lange, der Top-Designerin mit Ladengeschäft in der Maximilianstraße. Die Meisterschule beendete sie mit „Auszeichnung“ und hängte Zusatzausbildungen als Schnitt-Direktrice und Kunststickerin an. Bei Rena Lange in München habe sie ihre kreativste und schönste Zeit gehabt, schwärmt Mandy Müller noch heute mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Nach der Rückkehr in die Heimat verwirklichte sich die Designerin den Traum vom eigenen Atelier. „Weißmüller“ steht über einem springenden Hirsch geschrieben. Das ist ihr Logo, das sie in jedes ihrer traumhaften Kleider einnäht und mit einem winzigen Extra versieht. „Damit gebe ich jedem Kleid etwas ganz Persönliches, Individuelles“, schwärmt sie von ihrer Arbeit, ihrer Leidenschaft, die sie oftmals vom Frühstückstisch aufspringen lässt und erst zurückkehren sieht, wenn der Kaffee längst kalt ist.

Das ist momentan schon wieder so, denn mit ihrem preisgekrönten „Aschenbrödel 2.0“-Kleid darf sich Mandy Müller gemeinsam mit dem Erst- und Drittplatzierten des „Leipziger Opernball Fashion Awards“ zur nächsten Fashion-Show bei den „Leipziger Designers Open“ am kommenden Wochenende (26. bis 28. Oktober) als Designerin präsentieren.

Der Stoff: Baumwoll-Jaquard mit Lurex, rosé und grau gepunktet, am Saum die dunkler Silhouette einer Großstadt, oben hunderte Blüten, die im Swarovski-Glanz strahlen. Das ist die moderne Interpretation des „Aschenbrödel 2.0-Ballkleides“, das Mandy Müller kreierte in über 120 Arbeitsstunden. „Das ist das, was den Wert ausmacht“, appelliert sie an das Verständnis von Betrachtern und Kaufinteressenten für die handwerkliche Meisterschaft ihrer Zunft.

Jede Blüte ist handgefertigt, ein Teil von ihnen handbemalt, jeder Stein in einer von rund 60 Stunden aufgeklebt. Und das alles ist „nur“ Beiwerk zum maßgeschneiderten zweiteiligen Korsagenkleid! Schon bei der Stoffauswahl hatte es in Mandys Gedanken „klick“ gemacht, denn als sie das Spiel aus Farben und Mustern zum ersten Mal sah, hatte sie genaue Vorstellungen, wie sie dieses Material in ein Ballkleid zum Thema „Tschechien“ umsetzen würde. Da war sofort die Erinnerung an das klassische Märchen „Aschenbrödel“. Aber jetzt sollte es modern sein, Widersprüche miteinander verknüpfen so wie das Muster: Kreise und Vierecke, pastellige Rosétöne und Anthrazit, der harte Kontrast, den sie in eine symbolische Skyline verwandelte und an den Saum des Kleides platzierte. Ein modernes Kleid für ein modernes Aschenbrödel entstand: selbstbewusst, aber dennoch voller Träume.

Mandy schmunzelt, als sie erzählt, dass ihr viele Ideen im Traum kommen. Am Morgen danach sind sie noch präsent. Dann bannt sie sie als Skizze aufs Papier. So wie das neue Kleid in zarten Fliedertönen, das gerade auf dem Tisch liegt. Es wird „Aschenbrödel 2.0“ übertreffen, denn dieses Mal lässt Mandy darin Gefühle wachwerden, kennt sie jedes Maß des Models, kann es perfekt maßschneidern. Es wird ihr Kleid, ihr wahrgewordener Traum von der Prinzessin, die sie sonst nicht ist, wenn sie, in schlichtes Schwarz gekleidet, ihre Roben auf dem roten Teppich von einem vorher meist unbekannten Model präsentieren lässt und der Jury erläutert, warum sie gerade diesen Schnitt und dieses Muster gewählt hat.

Die kleine blonde Frau wird schon bald selbst zur Prinzessin. Dann trägt sie ihr schönstes Kleid, nur für ihren Alex. Es wird der 8. Juni sein, im kleinen Örtchen Schwenda. Dort, wo sie ihren Traum von Kreativität und Meisterschaft, aber auch von Familienglück und Beständigkeit leben kann. Die kleine blonde Frau, die schon für ganz Große von München bis Hamburg genäht und gezaubert hat: mit Nadel und Faden, Liebe und Leidenschaft. Und vielleicht wird gerade dieses besondere Kleid beim Fashion-Award des Leipziger Opernballs 2019 die Jury mit seiner Magie gefangennehmen. Zu wünschen wäre es ihr!

Mehr zauberhafte Mode von Mandy Müller kann man auf Facebook unter "Designatelier Weißmüller Modemacherin" sehen!