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Helmut Peter forderte Unterstützung von Stadt und Land

Ramelow-Sommertour stoppte am IFA-Museum

Montag, 22. Juli 2019, 08:57 Uhr
Ministerpräsident Bodo Ramelow kann den IFA-Museumsverein nicht in eine sichere Zukunft steuern. Das sei lokale Aufgabe, übertrug er die Verantwortung auf Stadt und Landkreis.

NORDHAUSEN. Ins IFA-Museum nach Nordhausen führte die diesjährige Sommertour Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am 16. Juli. Die Mitglieder des Museumsvereins stellten dem hochrangigen Gast aus Erfurt das Museum und dessen Einmaligkeit für die Bewahrung Nordhäuser Industriegeschichte vor und machten personelle wie finanzielle Nöte zum Thema.

Nach den Schilderungen von Vereinsvorsitzendem Hans-Georg Franke, der im hohen Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder, dem fehlenden Nachwuchs und fehlenden finanziellen Mitteln ein großes Problem für den Fortbestand des ehrenamtlich betriebenen Museums sieht, ergriff auch Ehrenvorsitzender Helmut Peter das Wort. Mit Nachdruck machte auch er auf die derzeitige Situation aufmerksam und kritisierte, dass man von der Stadt Nordhausen keine Unterstützung erhalte und das IFA-Museum in der Museumskonzeption nicht berücksichtigt sei.

Helmut Peter: „Viele Ehrenamtler engagieren sich hier seit Jahren mit großer Liebe zum Detail. Wir haben um Hilfe gebeten und mit der Landtagsabgeordneten Mitteldorf zusammengesessen. Doch sie sagte, dass es in nächster Zukunft keine finanzielle Unterstützung von der Stadt geben kann. Was macht man als Hauptsponsor, der mit 70 80 % an der Finanzierung beteiligt ist? Wenn es bis zum Jahresende so bleibt und keine Unterstützung von der Stadt kommt, dann wird von uns aus ein geordneter Rückzug erfolgen. Das soll keine Panikmache sein, sondern ist die sachliche Tatsache. Wir können es nicht mehr allein! Allein die Sachkosten für den laufenden Betrieb des Museum belaufen sich ohne Personalkosten auf 100.000 Euro im Jahr.“

Mit Hilfe aus Erfurt kann der IFA-Museumsverein nur peripher rechnen. „Das Land Thüringen kann keine Museen direkt fördern. Das ist Aufgabe der regionalen Verwaltungen“, zerschlug Bodo Ramelow die Hoffnung auf einen „warmen Regen“ aus Erfurt. Bürgermeisterin Jutta Krauth entgegnete der Kritik Helmut Peters, dass der Stadtrat beschlossen habe, das Museum in die städtische Museumskonzeption aufzunehmen. Nun müsse man bis zum Jahresende darüber nachdenken, in welcher Weise man das Museum fördern könne.

Viel Zeit bleibt nicht mehr!