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Der Gentleman des deutschen Boxsports war mit einem Motivationsvortrag zu Gast im Autohaus Peter

Maske: "Nur wer aufgibt, hat verloren"

Mittwoch, 19. Juni 2019, 12:11 Uhr
Henry Maske (55) berichtete von seinen Motivationen und Emotionen auf dem Weg nach ganz oben.

NORDHAUSEN. Montag, 17. Juni 2019, 18 Uhr: Während im Trailer „Conquest of Paradise“ ertönt und viele Zuschauer wegen der spektakulären Bilder von Emotionen übermannt werden, betritt er, der Gentleman des deutschen Boxsports, den Schauraum des Autohauses Peter in der Halleschen Straße 102. Da steht er plötzlich, der 55-jährige Brandenburger, der alles gewonnen hat, was im Amateur- und Profiboxsport möglich war: Henry Maske.

Seine Augen strahlen im gleichen Blau wie das Hemd, das die schlanke Figur wie die eines Models erscheinen lässt. Sky-Moderator Heiko Mallwitz stellt ihn als "Sportler des Jahres", "Mann des Jahres", Inhaber von Bundesverdienstkreuz, Vaterländischem Verdienstorden aus DDR-Zeiten sowie der größten TV-Auszeichnungen wie "Bambi" oder "Goldene Kamera" und als Mitglied der "Hall of Fame des deutschen Sports" vor; scherzhaft auch als einstigen „Krawattenmann des Jahres“.

Gastgeber Helmut Peter begrüßt Banker, Geschäftspartner und Freunde und kündigt den Star des Abends an: Henry Maske.

Klar, dass der einzige Box-Weltmeister der DDR, der OIympiasieger und elffache Profi-Weltmeister etwas zu sagen hat. Wer, wenn nicht er, könnte die Banker, Unternehmer, Geschäftsfreunde sowie die Peter-Führungscrew motivieren? - „Nur wer aufgibt, hat verloren“, ist das Motto seines Vortrages, zu dem ihn Helmut Peter in eines seiner sechs Nordhäuser Autohäuser eingeladen hat.

Maske greift zum Mikro und verbindet parallel zu den Bildern auf der Leinwand seine Sport-Biographie mit allem, was er in 23 Jahren seiner Boxerlaufbahn erlebt und gelernt hat.

Er nimmt das Publikum mit in seine Gedankenwelt als 17-jähriger „Frischling“ in der Nachwuchsauswahl, lässt sie genauso leiden nach der ersten großen Niederlage und dem Donnerwetter von Trainer Manfred Wolke. Er lässt sie das ungute Gefühl der Ungewissheit nachempfinden, das ihn zweifeln ließ, ob es sinnvoll sei, mit dem Boxen weiterzumachen. Und er lässt sie ebenso energisch sein „Ich will“ erleben, als er für sich entschieden hatte, ein großer Boxer zu werden.
. Interessiert verfolgt das Publikum den Motivationsvortrag "Nur wer aufgibt, hat verloren".

„Der anständige Sportler denkt nie in erster Linie an Geld, sondern an den Sieg“, reflektiert er seinen Antrieb, sein Selbst bewusst sein. Als jüngster Teilnehmer der Europameisterschaften holte er mit 19 Bronze. Er hatte „geliefert“. Nun nahm seine Karriere im ASK Frankfurt/Oder Fahrt auf.

Dann die Wende im doppelten Sinn: Die politische habe Ungewissheit gebracht und in vieler Hinsicht das Aus. Die sportliche vollzog sich für Henry Maske am 1. April 1990. Unter Wilfried Sauerland wurde er Profi-Boxer, ein 3-er BMW löste den Trabi ab. Kein Aprilscherz. Der Mann, der unter Manfred Wolke intelligentes Boxen gelernt hatte, geht seinen Weg. Und der ist auf Sieg programmiert.

„Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche“ holt er als Mentalcoach die Peter-Gäste in die Gegenwart zurück und reflektiert seine Erkenntnis an den zwei großen Rocchigiani-Kämpfen des Jahres 1995. Der erste in Dortmund, dort, wo der Sport zu Hause ist, bis heute umstritten. Der zweite in der Münchener Olympiahalle sprach eine deutliche Sprache: klarer Sieg für Maske. 13,5 Millionen Zuschauer hatten ihn verfolgt und „Henry“ als das deutsche Box-Idol nach Max Schmeling gefeiert. Ein Jahr später sollte Schluss sein. Der letzte große Kampf gegen WBA-Weltmeister Virgil Hill am 23. November 1996 beendete Maskes Profi-Karriere mit der größten Schmach: seiner ersten Niederlage.

Nein, nun wollte er nicht mehr Trainer werden. Er machte Schluss und ging in die Wirtschaft.

Er wird Franchisenehmer bei McDonald´s, „Herr“ über 10 Filialen und 300 Mitarbeiter. Auch hier setzen sich Prinzipien aus dem Sport durch: „Das Wesentliche, das immer dem großen Ganzen dienen muss, auch wenn es mal gegen einen Einzelnen geht.“ Jetzt spricht der Boss, der sich nie als solcher bezeichnet. Henry Maske ist auch in dieser Mission ein Gentleman, redet im WIR. Soziales Engagement, sich einsetzen für Kinder, die nicht gleiche Chancen haben wie andere das liegt ihm am Herzen. „A place for Kids“ heißt seine Stiftung. Er hat nie vergessen, wo seine Wurzeln liegen. Noch lange hat er im Block gewohnt, als Weltmeister, war weiter einer von ihnen, den ganz normalen Menschen.
Mit Sky-Moderator Heiko Mallwitz verbindet Henry Maske eine lange Freundschaft. Sie plaudern über Vergangenheit und Gegenwart.

„Ich bin voll angekommen in der neuen Welt“, resümiert er als Unternehmer vor seinesgleichen im Autohaus. Und doch sei sein Leben durch einen Anruf am 29. Januar 2006 noch einmal aus den Fugen geraten. Damals erfuhr er vom neuerlichen WM-Titel Virgil Hills. Mit 43!

„Wow, stark!“, so die Reaktion des einst unterlegenen Maske. Ab sofort überschlugen sich die Gedanken: ´Neun Jahre ohne Training. Was ist mit den Reflexen? Was sagen Frau und Freunde, was die Medien? Kann ich das auch schaffen, mit 43?´ . Nach vier Wochen Grübelei und Taktierens die Entscheidung: Er will es wissen. ´Ich muss es tun!´

Der Ausgang ist bekannt. Mit einem klaren Sieg rehabilitiert sich der gefallene Star am 31. März 2007 - zehn Jahre nach seiner einzigen Niederlage als Profi - und wird von der Welt als großer Sieger gefeiert.
Sein Motiv ´Ich will´ hatte ihn beflügelt und zum Sieg getragen. Das ist es, was ihn antreibt die eigene Motivation, der Glaube an die Fähigkeit, das scheinbar Unmögliche erreichen zu können.

So schließt sich der Kreis aus Theorie und Erfahrung. Henry Maske ist der Gewinner, der nie aufgab und nie aufhörte zu lernen: als Sportler, als Unternehmer, als Mensch. Am Montag steht er vor hundert Bewunderern, die applaudieren und ihm ihren Respekt zollen: für seine Selbstdisziplin, seinen unbedingten Willen und für seine Bodenständigkeit. Ein Mensch mit Herz und Kopf, ein Gentleman!

Lesen Sie hier:
Henry Maske im Interview